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TelefonSeelsorge Erfurt

bei der Ökumenischen TelefonSeelsorge Erfurt e.V.

 

Aktuelles von der TelefonSeelsorge Deutschland

TelefonSeelsorge würdigt den Einsatz am Telefon, im Chat und per Mail - Ehrenamtlich Engagierte sind wichtigste Ressource für 24/7-Krisenberatung

Die TelefonSeelsorge Deutschland nimmt den internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember zum Anlass, auf die Arbeit ihrer ehrenamtlich Engagierten hinzuweisen. Der Tag setzt ein Zeichen für die Wichtigkeit von menschlicher Solidarität und Zugewandtheit. Darauf weisen die beiden Vorsitzenden Frank Ertel und Michael Hillenkamp hin.

„Was unsere Ehrenamtlichen vor allem auszeichnet, ist ihre Zuhörkompetenz“ sagt Pfarrer Frank Ertel. „Nur wenn sich Menschen gehört und verstanden fühlen, können sie sich auf einen Beratungsprozess einlassen. Nicht nur am Telefon, auch im Chat und beim Lesen von Mails ist es entscheidend, in die Worte hineinzuhören und das jeweilige Anliegen empathisch nachzuvollziehen.“

Rund 7.700 Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft bringen diese Fähigkeit in ihr Ehrenamt ein oder lernen sie in der Ausbildung für die Telefon- und Online-Seelsorge.

„Unsere Ausbildung ist anspruchsvoll und zeitaufwendig“, so Michael Hillenkamp. „Sie geht in der Regel über ein Jahr und umfasst rund 140 Stunden. In dieser Zeit lernen unsere zukünftigen Ehrenamtlichen sich selbst besser kennen, sie lernen einzuschätzen, welche Themen sie besonders berühren und sie lernen Gesprächsführung. Bei uns heißt das: sie lernen so zuzuhören, dass sich ein konstruktiver Prozess entwickeln kann, aus dem in der Praxis beide Seiten gestärkt hervorgehen.“

Denn TelefonSeelsorge könne auf Dauer nur gelingen, wenn das bürgerschaftliche Engagement der vielen Ehrenamtlichen für diese auch befriedigend sei. „Ich merke am Telefon, aber auch im Chat sehr schnell, ob es mir gelingt, eine Verbindung zu meinem Gegenüber zu bekommen“, berichtet Ulla Herner*. „Dabei hilft es, gerade am Anfang, viel Raum zu geben, aber auch nachzufragen, zu klären, ob ich die Dinge richtig verstehe und vor allem: die ganz konkrete Lebenssituation, von der ich hier erfahre, ernst zu nehmen.“

zuhoren

Durchschnittlich zwölf Stunden im Monat widmet Ulla Herner* ihrem Ehrenamt, dazu kommen regelmäßige Supervision und Fortbildungen. Sie macht das – wie viele andere – schon seit über zehn Jahren. „Das würde ich nicht tun, wenn ich davon nichts hätte“, betont sie. „Die TelefonSeelsorge ist ein „Entwicklungsbeschleuniger“; alle die ich kenne, haben von dieser Ausbildung und der sich anschließenden ehrenamtlichen Tätigkeit profitiert. Wenn ein Gespräch gelingt, dann spüren wir das und fühlen uns bereichert. Von daher sind nicht nur unsere Anrufenden häufig explizit dankbar – wir sind es auch.“ (*Name geändert)

Die TelefonSeelsorge bildet in ihren 104 Dienststellen regelmäßig für die Arbeit in der Telefon- und Online-Seelsorge aus. Die zukünftigen Ehrenamtlichen kommen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Willkommen sind alle Erwachsenen, die sich nach der einjährigen Ausbildung für zwei Jahre einbringen können. Die Eignung für das Ehrenamt wird in Auswahltagen und persönlichen Gesprächen geklärt. Dazu gehört die Bereitschaft, auch Nachtdienste zu übernehmen. Wer sich dieses bereichernde ehrenamtliche Engagement vorstellen kann, findet hier die nächstgelegene Dienststelle für mehr Informationen und die Ausbildung: https://www.telefonseelsorge.de/unsere-stellen/

Hintergrundinformation

Mit mehr als 7.700 geschulten Ehrenamtlichen in 104 Städten oder Regionen ist die Telefonseelsorge deutschlandweit tätig. Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen, stehen Mitarbeitende ganzjährig rund um die Uhr am Telefon zur Verfügung. Die Telefonseelsorge berät Menschen jeder Nationalität, jedes Geschlechts, jeder Konfession und jedes Alters. Sie verpflichtet sich zu weltanschaulicher Neutralität. Alle Beratungsangebote, auch die Vorort-Beratung, sind anonym und kostenfrei. Seit 1995 bietet TelefonSeelsorge auch Online-Beratung, zunächst per Mail, inzwischen zusätzlich auch per Chat an. Sie wird von rund zwei Drittel der Dienststellen zusätzlich zum rund um die Uhr erreichbaren Telefondienst angeboten.

An insgesamt 25 Standorten gibt es auch Beratung vor Ort. Da es hier auch zu einem längerfristigen Beratungssetting kommen kann, arbeiten in der Vor-Ort-Beratung überwiegend hauptamtliche Kräfte mit einschlägiger beruflicher Ausbildung. Durch den unkomplizierten Zugang zu den Offene-Tür-Stellen, die während ihrer Öffnungszeiten einfach zur Beratung betreten werden können, ist eine schnelle, niederschwellige Krisenintervention möglich.

Mit der kostenlosen App „KrisenKompass“ bietet die Telefonseelsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe bei depressiven Gefühlen und Suizidgedanken für Betroffene und Angehörige.

2020 wurden 1.027.450 telefonische und 41.439 persönliche Beratungsgespräche geführt. Es wurden 44.600 Mails geschrieben und es wurde 33.578-mal gechattet.

Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom sind die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 seit 1997 gebührenfrei.

Internationaler Tag des Ehrenamtes

Die Vereinten Nationen deklarierten 1985 den 5. Dezember zum internationalen Tag des Ehrenamtes mit Wirkung ab 1986. In Deutschland ersetzte dieses Datum den bis dahin am 2. Dezember begangenen Tag des Ehrenamts.

 

 

 

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