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TelefonSeelsorge Erfurt

gelbes telefon

„Weil es uns wichtig ist!“ - Ehrenamt bei der TelefonSeelsorge fördert demokratische Haltung

 

Berlin, 24. Mai 2024 – Die TelefonSeelsorge ist mehr als eine Kriseninterventionseinrichtung, sie ist auch ein Demokratieverstärker. Denn sie bildet jährlich bis zu 1000 Interessierte zu ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus. Damit stärkt sie deren Empathiefähigkeit, fördert Wertschätzung und Akzeptanz für jeden Menschen und für unterschiedlichste Lebensentwürfe.

 

Dazu sagt Lydia Seifert, Geschäftsführerin der TelefonSeelsorge Deutschland: „Als TelefonSeelsorge feiern auch wir 75 Jahre Grundgesetz. Weil es uns wichtig ist! Und weil wir in unserer Arbeit erfahren und immer wieder neu durchbuchstabieren, was das heißt: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. Die meisten Menschen verbinden mit uns eine kurzfristige Entlastung in Lebenskrisen. Durch unsere Ausbildung befähigen wir Menschen, diese Unterstützung zu leisten. Gleichzeitig entwickeln sie ihre kommunikativen Fähigkeiten weiter, konfrontieren sich mit völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen und legen Wertschätzung und Empathie an den Tag. Das sind Fähigkeiten, die eine Demokratie bei ihren Bürgerinnen und Bürgern nur begrüßen kann.“

 

An über 100 Standorten in Deutschland gibt es TelefonSeelsorgestellen und sie alle bilden regelmäßig Interessierte für Gespräche mit ihren krisengeplagten Mitmenschen aus. Die Ausbildung findet in der Regel in Gruppen von acht bis 14 Personen statt. Sie kommen mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen und -erfahrungen ins Ehrenamt. „Von der Studentin bis zum Rentner ist alles dabei“, erklärt Martina Rudolph-Zeller, TelefonSeelsorge-Stellenleiterin in Stuttgart. „In der Ausbildung lernen sie die anderen Engagierten, aber auch sich selbst neu kennen und machen damit bereits wesentliche Erfahrungen für ihren späteren Einsatz. Selbsterfahrung ist unverzichtbar. Dazu kommt dann genauso wesentlich eine professionelle Kommunikation und insbesondere der Umgang mit Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder in einer suizidalen Krise.“

 

„Die Arbeit am Telefon hat uns verändert“, das sagen ehrenamtlich Mitarbeitende übereinstimmend. Man werde sensibler für menschliche Stimmungen, mutiger im Ansprechen auch schwieriger Themen und die Akzeptanz für die Mitmenschen wachse.

 

Noch einmal Lydia Seifert: „Wir legen Wert auf eine menschliche Haltung, die mit dem christlichen Menschenbild in Einklang steht. Niemand muss Kirchenmitglied sein, um sich bei uns zu engagieren. Eine wertschätzende Haltung für alle Menschen ohne Ansehen von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religionszugehörigkeit ist unverzichtbar. Das haben wir uns in diesem Jahr noch einmal niedergeschrieben. Der Kernsatz unserer Erklärung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus lautet: Als TelefonSeelsorge in Deutschland setzen wir uns für Menschenrechte, für einen respektvollen Umgang miteinander und für eine freiheitliche Demokratie ein.“

 

Hintergrundinformation:
Die TelefonSeelsorge ist in über 100 Städten oder Regionen deutschlandweit tätig. Ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende stehen ganzjährig rund um die Uhr am Telefon zur Verfügung. Alle Beratungsangebote, also Telefon, Chat- und Mail sowie die Vorort-Beratung, sind anonym und kostenfrei.

An insgesamt 25 Standorten gibt es auch Beratung vor Ort.

Mit der kostenlosen App „KrisenKompass“ bietet die Telefonseelsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe bei depressiven Gefühlen und Suizidgedanken für Betroffene und Angehörige.

Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom sind die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 seit 1997 gebührenfrei. Die TelefonSeelsorge Deutschland ist ein ökumenischer Verein, der von den beiden großen Konfessionen getragen wird.

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